Schulzeit
Dabei hätte alles ganz anders laufen können, wenn er nicht Politiker, sondern Arzt geworden wäre. Die Familie des Pfarrers Manfred Matschie war Mitte der 1960er Jahre ins südthüringische Schwarza gezogen, weshalb Christoph noch heute ein „R“ rollen kann, auch wenn die Eltern sonst darauf achteten, dass ihr Sohn möglichst hochdeutsch sprach. Das sorgte für eine klare Aussprache, und eine kesse Lippe, die riskierte er schon mal, was zu DDR-Zeiten nicht jedem gefiel.
Die Folge: Weder mit dem Platz an der EOS noch mit dem an der medizinischen Fakultät wurde es was, obwohl der junge Christoph in der Schule zu den Besten gehörte, aber politisch offenbar die falsche Meinung hatte.
Er redet nicht so gern darüber, obwohl er heute daraus Kapital schlagen könnte. Doch so einer ist er nicht. Er sagt nur: „In Selbstmitleid verfallen, das war noch nie mein Ding. Damals habe ich gelernt, wie wichtig es ist, nach vorn zu schauen, den Mut nicht zu verlieren.“
