Der Mensch
Christoph Matschie will Ministerpräsident für Thüringen werden. Er verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz. Er versteht es, zuzuhören, abzuwägen und zu entscheiden. Die vielfältigen Stationen seines Lebens haben ihn stark gemacht.
Für die eiligen Leser unter Ihnen gibt es natürlich eine Kurzvita [pdf].
„Wusste gar nicht, dass der Herr Matschie in unserer Stadt geboren wurde“, sagt eine ältere Mühlhäuserin auf dem abendlichen Fest, zu dem der Spitzenkandidat gekommen ist. Die letzten beiden Male habe sie „andersrum“ gewählt, verrät sie, aber diesmal, lässt sie durchblicken, „diesmal SPD“. Und wird ein bisschen energischer, als sie hinzufügt: „Damit sich da mal was bewegt in Erfurt.“ Christoph Matschie wiederum, der gut gelaunt und aufgeräumt von Tisch zu Tisch geht, empfindet seinen Auftritt in Mühlhausen als Heimspiel, obwohl er hier nur die ersten beiden Jahre seines Lebens verbrachte und eine bewusste Erinnerung an damals nicht mehr hat. „Heimat“, sagt er, „ist für mich das, worauf man im Leben immer zurückkommt.“ Das war in Mühlhausen so, wo die Großmutter wohnte, die er oft in den Ferien besuchte. Aber auch an seine anderen Thüringer Ursprungsorte zog es ihn immer wieder. „Hier komme ich her, hier gehöre ich hin. Hier will ich leben“, sagt Matschie. „So einfach ist das.“
