Barbara Rinke
Barbara Rinke wurde 1947 in Nordhausen geboren und verbrachte dort ihre Schulzeit bis zum Abitur. Neben der schulischen Ausbildung erwarb sie einen Facharbeiterabschluss als Betriebschlosserin sowie nach dem Abitur einen zweiten Facharbeiterabschluss als Gebrauchswerberin. Es folgte das Studium der Werbeökonomie an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin mit dem Diplom einer Werbeökonomin.
Nach dem Studium erfolgte die Eheschließung mit Konrad Rinke, der in Nordhausen an der Ingenieurschule studierte. Bevor ihre vier Töchter geboren wurden, arbeitete sie beim Bezirksverband der Konsum-Genossenschaften in Meiningen als Werbeökonomin und war zeitweise für die touristische Entwicklung im Thüringer Wald zuständig. Durch die Krankheit ihres Vaters wechselte sie kurzfristig wieder in die alte Heimat nach Nordhausen und übernahm die Leitung des damals halbstaatlichen Kfz-Instandsetzungsbetriebes. Nach der letzten Verstaatlichungswelle schied sie aus diesem Betrieb aus, u. a. da sie nicht Mitglied der SED war.
In den folgenden Jahren widmete sich Barbara Rinke der Erziehung ihrer vier Töchter und darüber hinaus ihrem Ehrenamt in der evangelischen Kirche. Neben der Tätigkeit in der Gemeinde und im Kirchenkreis wurde die Arbeit in der Synode der Kirchenprovinz Sachsen und in der Kirchleitung immer umfangreicher. Ihr Schwerpunkt lag bei den Themen des konziliaren Prozesses für „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“.
In diesem Umfeld erlebte sie auch das spannende Wendejahr 1989 und entschloss sich, wie viele ihrer Weggefährten, in die SPD einzutreten. Die Zeit war gekommen, um etwas von dem zu verwirklichen, was vorher nur in internen Diskussionsrunden möglich war.
Mit der ersten freien Kommunalwahl 1990 wurde Barbara Rinke zur Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion gewählt. Diese Funktion führte sie bis 1994 aus. Während dieser Zeit führte sie die Reprivatisierung des ehemals enteigneten Betriebes durch.
Im Jahr 1994 wurde sie zur Oberbürgermeisterin der Stadt Nordhausen gewählt und führt dieses Amt seit 15 Jahren aus. Sie ist ebenfalls seit 1994 bis heute Mitglied des Kreistages des Landkreises Nordhausen. Seit 1995 ist sie Mitglied im Präsidium und Landesausschusses des Städte- und Gemeindebundes Thüringen und seit 1998 Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Städtetages. Barbara Rinke ist Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten auf Landes- und Kreisebene.
Von 1996 bis 2001 war sie Mitglied im Landesvorstand der SPD Thüringen und seit 2008 erneut. Von 2005 bis 2008 war sie Mitglied im Vorstand im „Forum Ostdeutschland“.
Ihrem Engagement in der evangelischen Kirche blieb sie auch nach der friedlichen Revolution treu. Bereits 1990 wurde sie Mitglied der ersten wiedervereinigten Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und zu deren Vizepräses gewählt. Von 1997 bis 1999 war sie Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentages und von 2003 bis 2009 als erste Frau Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Amtszeit endete in Mai dieses Jahres. Dennoch ist Barbara Rinke weiterhin Mitglied der Synode der EKD.